VoIP-Standardisierung für hohe Interoperabilität

 
ÜberblickProdukte & RessourcenPilotprojekteStandardsVeranstaltungen & Schulungen
So beginnt erfolgreiches Business.Die potenziellen Vorteile der VoIP-Technik sind enorm und VoIP wird zurzeit mit großem Tempo weiter ausgebaut und in Unternehmen wie auch im privaten Umfeld genutzt. Dennoch bleiben den Anwendern wegen fehlender Kompatibilität viele entscheidende Vorzüge noch verwehrt. Intel arbeitet mit anderen führenden Unternehmen aus der IT-Branche zusammen, um eine Standardisierung für die durchgängige Interoperabilität voranzutreiben und diese Vorzüge damit auf breiter Ebene verfügbar zu machen.

VoIP von Endpunkt zu Endpunkt

Potenzielle Vorteile der VoIP-Technik, wie zum Beispiel die verbesserte Tonqualität oder die Möglichkeit, zusätzliche Medien zu nutzen (siehe Vorteile weiter unten), lassen sich nur vollständig nutzen, wenn die VoIP-Technik durchgängig umgesetzt wird und keine Gateways zu alten Telefonverbindungen zwischengeschaltet sind. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird VoIP jedoch nur in Teilen des Signalwegs von einem Gesprächspartner zum anderen eingesetzt.
Typisch für VoIP-Anwendungen sind die folgenden drei Verbindungsstrecken:
- Innerhalb von Unternehmen: IP-Telefone, die an eine IP-Telfonanlage angeschlossen sind
- Als „Letzte Meile“-Ersatz für herkömmliche Amtsverbindungsleitungen für Telefonate oder Datenverbindungen, einschließlich DSL und Breitbandkabel
- Innerhalb des Netzwerkkerns für große Entfernungen
Beispielsweise laufen die Signale bei einem Gespräch zwischen zwei Unternehmen häufig von einem IP-Telefon aus über ein PBX-System und zwei Gateways zu herkömmlichen Telefonleitungen zum IP-PBX/Telefon-System der Gegenseite. Die Gateways bringen zusätzliche Kosten und Latenzzeiten mit sich und sie verhindern die Umsetzung wichtiger VoIP-Funktionen. Es liegt auf der Hand, dass eine durchgängige IP-Verbindung, von Endgerät zu Endgerät, zu bevorzugen ist. Kompatibilität ist dafür eine Voraussetzung.

Annäherung an SIP als Übertragungsprotokoll

Die Welt strebt rasch auf das Session-Initiation-Protokoll (SIP) als einheitlichen Standard zu. Heutige SIP-Geräte sind im Allgemeinen so kompatibel, dass eine Telefonverbindung aufgebaut werden kann, aber darüber hinausgehende Funktionen wie Konferenzschaltungen oder die Nutzung anderer Medienarten stellen höhere Anforderungen.

SIP hat viele Vorzüge, unter anderem einfache Anwendung und Erweiterbarkeit. Seine Erweiterungsmöglichkeiten haben auf der anderen Seite zu einer niedrigen Kompatibilität geführt, denn das SIP kann auf vielfältige Weise inkompatibel erweitert werden, was auch geschah. Um einen hohen Grad an Interoperabilität zu erreichen, muss sich die ganze Branche einig sein, die Ausgangsfunktionen in konsistenter Weise umzusetzen.

Standardisierung und hochgradige Kompatibilität

Inzwischen arbeitet Intel aktiv mit normengebenden Organisationen und Foren, wie dem IETF-  , dem IEEE-   und dem SIP-Forum  , zusammen, um die notwendige Standardisierung und hohe Interoperabilität zur Ausschöpfung des vollen VoIP-Potenzials voranzutreiben. Intel verfügt über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der Standardisierung und hat seine führende Rolle bereits in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit anderen großen IT-Unternehmen bei so bedeutenden Normen wie Ethernet und PCI unter Beweis gestellt. Normen verhelfen der Geschäftswelt zu mehr Flexibilität, größerer Auswahl bei den Herstellerangeboten, preisgünstigeren Lösungen und niedrigeren Gesamtbetriebskosten. Durch das Engagement von Intel und anderen Marktführern werden normenkonforme Plattformen und Applikationen schneller verfügbar, was die VoIP-Integration erleichtert und bessere Unternehmenskommunikation und elektronische Zusammenarbeit möglich macht.

Interoperabilität ermöglicht die Verwirklichung der vielseitigen Vorteile von VoIP.
  • Bedeutend bessere Tonqualität:
    Die herkömmlichen analogen Telefonverbindungen übertragen nur einen geringen Anteil (200 Hz bis 3,4 kHz) des vollen Frequenzspektrums der menschlichen Sprache (80 Hz bis 10 kHz). Der eingeschränkte Frequenzgang und Rauschabstand ist der Grund dafür, dass Menschen am Telefon „anders klingen“ und undeutlich übertragene Laute durch „S wie Samuel" oder „F wie Fenster“ klarstellen müssen. Im Gegensatz dazu können VoIP-Telefone auf einen Breitband-Codec zurückgreifen und Tonsignale mit einem deutlich breiteren Frequenzgang (z. B. 50 Hz bis 7 kHz) und größerem Rauschabstand wiedergeben – die Stimme am Telefon klingt wesentlich deutlicher und die Sprache ist weniger verzerrt.

    Klicken Sie auf diese Probeaufnahmen, um den Unterschied zwischen einem Telefonat über eine herkömmliche analoge Telefonverbindung ( G.711  ) und einem der vielen Breitband-Codecs ( G.722.2  ) zu hören.
    Diese hohe Tonqualität kann nur erreicht werden, wenn das VoIP-Telefonat vom einen bis zum anderen Endgerät durchgängig über IP-Verbindungen läuft. Falls diese Verbindung in irgendeinem Abschnitt über herkömmliche analoge Leitungen vermittelt wird, fällt die Tonqualität auf das für analoge Verbindungen übliche Niveau ab.
  • Zusätzliche Medienoptionen:
    Wenn der Kanal für die Echtzeitkommunikation erst einmal aufgebaut ist, steht dieser nicht nur für die Tonübertragung zur Verfügung, sondern kann auch für andere Medien wie Video genutzt werden. Der Übertragungskanal kann für das Daten- oder Softwaresharing verwendet werden und so die gemeinsame Arbeit weit voneinander entfernter Mitarbeiter am selben Dokument ermöglichen. Oder auch, um sich beim gemeinsamen Spiel zu messen. Allerdings gilt auch hier, dass die Medienvielfalt auf die reine Tonübertragung begrenzt wird, sobald die Übertragungskette analoge Telefonleitungen beinhaltet.
  • Neue Datendienste:
    Eine Besonderheit bei VoIP-Anrufen ist die Möglichkeit, zusätzliche Daten zu senden und zu empfangen. So kann ein Angerufener zum Beispiel in einem Meeting sitzen und zwar keine Telefonate annehmen, aber IM-Mitteilungen (Instant Messages) empfangen. Oder umgekehrt: Er ist Auto unterwegs und kann deshalb keine IM-Mitteilungen, aber Anrufe entgegennehmen. Die Presence-Funktion gestattet es, im Voraus zu erkennen, wer momentan erreichbar ist und welche Methode sich am besten eignet. Stellen Sie sich vor, in Ihrem Adressbuch zu blättern und auf einen Blick feststellen zu können, wer Ihren Anruf gerade annehmen kann. Auch solche Funktionen sind nur dann möglich, wenn die Verbindung zu den jeweiligen Personen in keinem Abschnitt über analoge Telefonleitungen führt.
    Seitenanfang