Das Mooresche Gesetz besagt, dass sich die Anzahl der Transistoren auf einem Chip etwa alle zwei Jahre verdoppelt. Dank dieser Entwicklung lassen sich Halbleiterbauelemente mit immer mehr Funktionen und immer höherer Leistungsfähigkeit bei gleich bleibenden oder sogar niedrigeren Kosten herstellen. Kleinere Transistoren gehen jedoch mit wachsenden Problemen bei Stromverbrauch und Wärmeentwicklung einher. Für weiteren Fortschritt ist daher der Einsatz neuer Funktionen, Techniken und Strukturen notwendig. Um Stromverbrauch und Wärmeabgabe zu kontrollieren, hat Intel bei der 65-nm-Technologie spezielle Stromspartechniken implementiert. Diese Merkmale sind ein entscheidendes Kriterium für die zukünftige Entwicklung stromsparender Computer- und Kommunikationskomponenten.
Intel hat seine führende Strained-Silicon
-Technologie (gestrecktes Silizium), die bereits für die 90-nm-Prozesstechnologie eingesetzt wurde, für die 65-nm-Technologie weiter entwickelt. Intels zweite Generation von gestrecktem Silizium verbessert die Transistorleistung um etwa 10 bis 15 Prozent, ohne dabei die Leckströme zu erhöhen. Alternativ dazu lassen sich mit dieser Technik bei gleich bleibender Transistorleistung die Leckströme im Vergleich zu 90-nm-Transistoren auf ein Viertel reduzieren. Somit bieten die Transistoren aus Intels 65-nm-Technologie eine verbesserte Leistung, ohne die Leckströme deutlich anzuheben (höhere Leckströme führen zu größerer Wärmeentwicklung).
Intels Transistoren der 65-nm-Fertigung haben eine geringere Gate-Länge von nur 35 nm und das Gate-Oxid ist 1,2 nm dünn – zusammen führt das zu erhöhter Leistung bei reduzierter Gate-Kapazität. Die geringere Gate-Kapazität resultiert letztendlich im geringeren Stromverbrauch eines Chips. Die neue Fertigung verwendet acht Kupfer-Metalllagen (siehe Foto) und nutzt zwischen diesen Metalllagen eine Isolierschicht mit geringer Dielektrizität („Low-K“), was die Signalgeschwindigkeit innerhalb eines Chips erhöht und den Stromverbrauch verringert.
Intel hat in die 65-nm-SRAM-Zellen auch so genannte Sleep-Transistoren integriert. Diese speziellen Transistoren schalten den Stromfluss zu größeren SRAM-Blöcken ab, wenn diese nicht gebraucht werden. Dadurch wird der Stromverbrauch auf einem Chip stark reduziert. Vor allem batteriebetriebene Geräte, wie Notebooks, profitieren von dieser Funktion.
„Intel arbeitet aktiv an Lösungen für die Problembereiche der Leistungsaufnahme und Wärmeabgabe in der Halbleiterindustrie“, fügt Chou hinzu. „Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Systeme, Chips und Technologien einbezieht. Die Neuerungen bei unserer 65-nm-Fertigung gehen über einfache Erweiterungen bekannter Techniken hinaus.“