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Die Geschichte der Intel Prozessoren

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Die Geschichte der Intel Prozessoren

Der Mikroprozessor zählt zu den wenigen Erfindungen, die das Leben der Menschheit entscheidend geprägt haben. Dazu gehören ohne Zweifel auch das Rad, der Kolbenmotor oder das Turbinentriebwerk als Grundlage heutiger Mobilität. Hinzu kommt der Stromgenerator als Energiequelle sowie Telefon, Funk und Fernsehen als Kommunikationsmedien oder der Computer als Datenverarbeiter und Basisstation für das Internet.

Der Mikroprozessor erlaubt die universelle Anwendung der elektronischen Intelligenz. Er schuf nicht nur einen Computer zum persönlichen Gebrauch. Er machte den Personal Computer oder PC auch zu einem erschwinglichen Gebrauchsgut für jedermann. Mittlerweile beherrscht der PC die Arbeitswelt, die Kommunikation wie auch die Aus- und Weiterbildung. Dank seiner Preiswürdigkeit hat er sich auch einen Stammplatz im privaten Umfeld erobert. Hier begründet er derzeit als Basisstation für das Internet eine Internet-Ökonomie, die wahrscheinlich das gesamte Wirtschaftsleben revolutionieren wird. Der PC wird eines Tages Telekommunikation und Television integrieren und sich als das multimediale, interaktive Medium der Zukunft etablieren.

Außerdem ist der Mikroprozessor überall dort anzutreffen, wo intelligente und komplexe Steuerungen verlangt werden - vom Haushaltsgerät bis hin zum Management von Motoren, Maschinen, Anlagen, Flugzeugen, Raketen oder Raumstationen. Unabhängige Marktforschungsinstitute ermittelten für Intel am Markt für Mikroprozessoren einen Anteil von etwa 80 Prozent. Damit ist Intel der international führende Hersteller von Mikroprozessoren und zugleich - mit einem Umsatz von über 26 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 1998 - der größte Halbleiterhersteller der Welt.

Ein ganz normaler Entwicklungsauftrag

Als große Erfindung war der Mikroprozessor nicht geplant gewesen. Lediglich ein kluger Gedanke war im Spiel, als das japanische Unternehmen Busicom Intel im Jahr 1969 den Auftrag erteilte, einen Satz Chips für eine programmierbare Rechenmaschine zu entwickeln. Nach den Plänen der Japaner war hierfür ein Design aus zwölf Halbleiterbausteinen erforderlich. Der Intel Ingenieur Ted Hoff jedoch war davon überzeugt, dass ein Set von nur vier Chips, zentriert um einen Allround-Logik-Baustein, ausreichen würde. Außerdem glaubte Ted Hoff, dass sein Chipset weitaus mehr Anwendungen zulassen würde als die Programmierung einer Rechenmaschine.

1971: Der Intel® 4004

Der Intel Ingenieur Federico Faggin war von Hoffs Gedankengang begeistert. Er stellte ein Entwicklungsteam zusammen mit der Zielsetzung, die vier Chips nach Hoffs Plänen auf einem einzigen Chip zu integrieren. Nach neun Monaten, im Herbst 1971, war die Arbeit getan: Der Intel® 4004 mit einem 4 Bit breiten Datenbus war serienreif. Dieser erste "Computer auf einem einzigen Chip" hatte 2 300 MOS-Transistoren. MOS ist die Abkürzung für Metal Oxide Semiconductor und beschreibt die drei grundlegenden Schichten im Aufbau eines MOS-Transistors: Metall als elektrisch leitendes Material, Siliziumoxid als elektrisch nicht leitendes Material und Silizium als Halbleiter.

Der Chip 4004 mit seinen acht Metallbeinchen fand Platz in einer Kinderhand. Aber er erbrachte die Leistung eines ENIANC. Dieser erste funktionstüchtige Elektronenrechner der Welt entstand im Jahr 1946 und füllte damals einen ganzen Raum.

Der Mikroprozessor Intel® 4004 war aus Sicht des Intel Managements mit einem großen Nachteil behaftet: Er war im Auftrag und auf Kosten des japanischen Rechenmaschinen-Herstellers Busicom entwickelt worden. Da aber der Computer auf einem einzigen Chip mehr konnte, als nur Rechenaufgaben lösen, entschloss sich Intel im November 1971, von Busicom die Rechte am Design des ersten Mikroprozessors der Welt für 60 000 Dollar zurückzukaufen. Intel verbuchte damals einen Umsatz von rund neun Millionen Dollar. Wäre der Aufkauf der Designrechte nicht zustande gekommen, wäre Intel bereits in den Kinderschuhen am Urheberrecht gescheitert.

Die ersten Anwendungen für den Intel® 4004

Der erste Computer auf einem Chip fand zunächst keine Verwendung in Computern. Er wurde anfangs, und das auch nur recht zögerlich, überwiegend in der Fertigungsindustrie eingesetzt - als Steuer- und Regelintelligenz für Maschinen und Anlagen. Damit die Industrieingenieure neue Anwendungszwecke für den 4004 entdecken konnten, gab ihnen Intel das Entwicklungs- und Simulationswerkzeug Intellec 4 an die Hand. Mit dieser elektronischen Blue Box machte das Unternehmen zeitweilig mehr Umsatz als mit Mikroprozessoren, deren Absatz sie lediglich fördern sollte.

1974: Der Intel® 8080

Im Jahr 1974 bekam Intels erster Mikroprozessor einen weiterentwickelten Nachfolger, den Intel® 8080. Auch dieser 8-Bit-Prozessor war eher in Benzinzapfsäulen und Verkehrsampeln anzutreffen als in Computern. Aber Intel hatte sich Mitte der siebziger Jahre ein überaus ehrgeiziges, ja vermessenes Ziel gesetzt: Der Mikroprozessor sollte nicht, wie seinerzeit eher verbreitet, in Heim und Hobby seine Heimat finden, sondern im Geschäftsleben. Hier sollte er den damals ungemein erfolgreichen Minicomputern den Rang abzulaufen. Denn diese brachten mit relativ schnellen 32-Bit-Prozessoren, die wie das Urdesign des Busicom-Rechenprozessors aus diskreten Einzelbausteinen konstruiert waren, elektronische Rechenleistung direkt an den Arbeitsplatz. Intel schaffte zwar den technischen Weitsprung vom einfachen 8-Bit- zum vergleichsweise hochkomplexen 32-Bit- Mikroprozessor, sollte aber am Desinteresse der Computerwelt vorerst scheitern.

1975: Der iAPX 432

Unter Hochdruck entwickelten die Intel Ingenieure noch im Jahr 1975 auf der Grundlage der Intel® Advanced Processor Architecture (iAPX) einen 32-Bit-Prozessor mit einem 32 Bit breiten Daten- und Adressbus. Der Prozessor iAPX 432 verstand sich bereits auf Fehlertoleranz und konnte somit seine eigene Funktionstüchtigkeit wie auch die seiner Peripherie überprüfen. Der erste 32-Bit-Prozessor der Welt wies bereits Merkmale auf, die in der Pentium® Prozessor-Familie anzutreffen waren. Sie kam 1993 auf den Markt. Doch die Rechnerdesigner und Systementwickler machten damals einen großen Bogen um den "Leistungsprotz" iAPX 432. Dieser Mikroprozessor war ihnen einfach zu komplex.

1978: Der Intel® 8086/8088

Intel lernte aus den bitteren Erfahrungen mit dem iAPX 432. Dem Unternehmen wurde klar, dass die Prozessor-Kundschaft mit dem Sprung von 8 Bit auf 32 Bit überfordert war. So entschied sich das Intel Management im Dezember 1975, einen 16-Bit-Prozessor zu entwickeln, den Intel® 8086. Doch immer noch betraten viele System- und Applikations-Entwickler nur recht zögerlich die 16 Bit breiten Datenpfade, auf denen sich dieser Prozessor intern wie extern an die Arbeit machte. Intel bot nach wie vor zu viel Leistung für die damals noch recht beschränkten Nutzungsvorstellungen der Computer-Entwickler.

Zunächst wartete Intel geduldig auf den erhofften Geschäftserfolg mit dem Intel® 8086. Als dieser ausblieb, nahm das Unternehmen auch diese erneute, enttäuschende Zurückhaltung der potentiellen Prozessor-Kundschaft sehr ernst. Die Prozessor-Entwickler gingen erneut einen technologischen Schritt zurück und brachten im Mai 1979 den Intel® 8088 auf den Markt. Diese abgespeckte Version des Intel® 8086 arbeitete intern mit 16 Bit breiten Datenpfaden, extern aber mit einem 8-Bit-Datenbus.

1981: IBM baut den PC - mit einem Prozessor von Intel

Anfang 1976 brachte Apple den ersten Computer zum persönlichen Gebrauch auf den Markt. Ein Jahr später präsentierte das kalifornische Jungunternehmen mit dem Apple II einen Tischcomputer, der nicht nur bei Hobbyisten, sondern auch kommerziell starken Anklang fand. Doch der erste Highflyer einer neuen Computergattung verwendete keine Intel Prozessoren, sondern Produkte des Konkurrenten Motorola.

So schien es, dass auch der Intel® 8088 nicht die erhofften Stückzahlen erreichen würde - bis der Marktriese IBM seine langjährige Zurückhaltung gegenüber Mikrocomputern aufgab. Im August 1981 schickte die IBM ihren Personal Computer - abgekürzt PC - in den Wettbewerb. Seine Architektur war zur Nachahmung freigegeben. Die mächtige IBM legte damit den Grundstock für den "IBM-kompatiblen PC". Und im ersten PC mit einem IBM-Logo auf der Frontseite arbeitete als Mikroprozessor der 8088 von Intel.

IBM bringt den AT auf den Markt

Voraussetzung für die IBM-Entscheidung zugunsten von Intel war die Verpflichtung des Unternehmens, die Architektur der 8086/8088 Prozessoren auch bei der Weiterentwicklung neuer Prozessoren beizubehalten. IBM verlangte Einblick in die künftige Produktplanung und prüfte, ob Intel in der Lage war, hohe Stückzahlen in gleichbleibender Qualität zu fertigen. Dann endlich stand die Unterschrift unter einem Liefervertrag für zunächst 10 000 Prozessoren pro Jahr. Für Intel war dieser Liefervertrag die Startrampe zum späteren Welterfolg des Unternehmens. Denn aus den ersten 10 000 Mikroprozessoren sollten später Hunderte von Millionen jährlich werden.

Mit dem IBM PC unter der Zusatzbezeichnung AT (Advanced Technology) kam endlich auch der Intel® 8086 als reinrassiger 16-Bit-Mikroprozessor in hoher Stückzahl zum Einsatz. Und aus dem ursprünglich vereinbarten Liefervolumen wurden allein für IBM alsbald Millionen. Intel wurde so zum Prozessor-Hauslieferanten für nahezu alle Hersteller IBM-kompatibler Personalcomputer.

Schrittmacher der Miniaturisierung

Das Wachstum der Intel Prozessor-Familie nimmt nun einen kontinuierlichen Verlauf. Alle drei bis vier Jahre löste eine neue Generation die alte ab. Eine neue Prozessor-Generation steigert die Zahl der auf dem Chip untergebrachten Transistoren zumeist um ein Vielfaches, die Schaltstrukturen werden immer winziger. Denn als Erfinder und Schrittmacher der MOS-Technologie war Intel im Gründungsjahr 1968 mit der Zielsetzung angetreten, auf der Grundlage des Halbleiters Silizium der Hochintegration von Transistorschaltungen (Very Large Scale Integration) den Weg zu bahnen.

Bis Schaltstrukturen von einem Mikron (ein Tausendstel Millimeter) glaubte man, über eine optische Verkleinerung die Strukturen in den Halbleiter ätzen zu können. Doch für die Sub-Mikrometer-Chips, so war die gängige Meinung, müsse man eine völlig neue Technologie entwickeln. Mittlerweile jedoch schafft es Intel, mit der selbst entwickelten und erprobten Fertigungstechnologie Strukturen von 0,18 Mikrometer herzustellen.

Diese enorme Miniaturisierung der Schaltstrukturen bahnte den Weg für eine gigantische Maximierung der Leistung. Ein aktuelles Beispiel aus dem Jahr 1995: Mit über 9000 parallel geschalteten Pentium® Pro Prozessoren baute Intel im Auftrag der US-Regierung den schnellsten Supercomputer der Welt. Er bietet eine Leistung von 1,8 Billionen - das ist eine Zahl mit zwölf Nullen - Fließkomma-Operationen pro Sekunde ("Teraflops"). Er diente unter anderem der Simulation von unterirdischen Atomversuchen, die damit (in den USA) überflüssig wurden oder auch zu Wetter- und Klimaberechnungen und damit zur Vorhersage von Naturkatastrophen.

1982: Der Intel® 80286

Im März 1982, knapp ein Jahr nach der Markteinführung des von der IBM favorisierten Intel® 8088, ging der Intel286 an den Start. Dieser 16-Bit-Prozessor war auf Hochleistung getrimmt. Er übertraf das Leistungsvermögen aller bis dahin verfügbaren 16-Bit-Prozessoren um etwa das Dreifache. Die neue Hochleistungs-CPU (Central Processing Unit) integrierte auf einem Chip auch das Speichermanagement und erlaubte erstmals, gleichzeitig unterschiedliche Aufgaben erledigen zu lassen.

So wurde der Intel286 der Favorit aller PC-Anwender, die von ihrem Arbeitsplatzcomputer Leistung erwarteten. Und Leistung war nicht zuletzt deshalb gefragt, weil die PC-Programme und deren Applikationen immer mächtiger wurden. Im Einklang damit stand die magnetische Festplatte, ein Datenträger, der nur mit einem leistungsstarken Prozessor voll zur Wirkung kommt. Festplatten hatten anfangs ein Speichervolumen von nur 10 oder 20 Megabyte, fanden aber zunehmend einen Stammplatz im PC-Gehäuse. Heute sind Festplatten mit einem Speichervolumen von 10 bis 20 Gigabyte (das entspricht einer Leistungssteigerung um den Faktor 1000) Standard in einem marktüblichen Personal Computer für den Hausgebrauch.

1985: Der Intel386™ Prozessor

Im Oktober 1985 betrat Intel erneut die 32-Bit-Plattform. Zehn Jahre nach dem Frühstart mit dem iAPX 432 wird der Intel386™ im Markt eingeführt. Obwohl der Sprung von den 16 Bit in die 32 Bit breiten Datenpfade gewaltig ist, bleibt auch dieses Hochleistungsprodukt binär kompatibel zu seinen Vorläufern. Der Intel386™ Chip hatte 275 000 Transistoren. Er erreichte - bei einer maximalen Taktrate von 33 Megahertz (MHz) - eine Spitzenleistung von zwölf MIPS (Millionen Instruktionen pro Sekunde). Damit erschließt er eine neue Dimension des Personal Computing. Er ermöglicht die Client-Server-Architektur und damit den Aufbau von PC-Netzwerken. Wie das Blutkreislaufsystem im menschlichen Körper sorgen heute Computer-Netzwerke für einen globalen Informationsfluss. Was bis heute an Netzkommunikation, etwa im Internet, möglich geworden ist, lag im Geburtsjahr des 32-Bit-Mikroprozessors noch außerhalb der menschlichen Vorstellungskraft.

Dank seiner Leistungsstärke als Datenverarbeiter wird der Server zur Drehscheibe eines Netzes von Computern, dessen Endgeräte ("Klienten") nicht mehr wie früher "dumme" Terminals, sondern intelligente Personalcomputer sind. Deren rasant wachsendes Leistungsvermögen erlaubt heute - neben Text und Daten - auch den Netztransport von dreidimensionaler Farbgrafik, von Musik in HiFi-Qualität, ja sogar von Video-Clips. Nicht IBM, sondern Compaq liefert diesmal den ersten 32-Bit-PC aus - mit dem Intel386™ chip.

1989: Der Prozessor Intel386™ SX

Doch der Appetit der breiten Masse der PC-Anwender nach gesteigerter Rechenleistung hielt sich nach der Markteinführung des Intel386™ in Grenzen. Der Prozessor Intel286 hat die internationale PC-Welt so fest im Griff, dass Intel sich gezwungen sieht, dem "Endverbraucher" das Leistungsangebot eines 32-Bit-Mikroprozessors schmackhaft zu machen. Zunächst entschließt sich das Management zu einer bereits bewährten Strategie: Der Intel386™ wird 1989 von seinem High-End-Image entzaubert, indem eine "schlankere" Version, der Intel386™ SX, auf dem Markt erscheint.

Dann startet Intel in den USA eine heftig diskutierte Werbekampagne. Sie hat zum Ziel, mit einem aggressiven roten X, das den Intel286 durchkreuzte und damit für ungültig erklärte, einen maßgeblichen Umsatzträger gleichsam zu "kannibalisieren". Das auslöschende rote X verwies zugleich auf den Intel386™ SX Prozessor. Trotz aller Befürchtungen wurde die "Red-X-Kampagne" ein durchschlagender Erfolg. Die breite Masse gab ihre Zurückhaltung gegenüber dem Intel386™ auf und zeigte sich zunehmend bereit, in die 32-Bit-Busse des Intel386™ umzusteigen.

Die "Red-X-Kampagne" war der Auftakt zu einer großen internationalen Werbeaktion, die das Logo Intel Inside® im Umfeld des Personalcomputers etablieren sollte. Auch diese Werbestrategie zugunsten eines Produktes, das man nicht sieht, das aber entscheidend den Charakter eines Personalcomputers prägt, erwies sich als sehr erfolgreich.
Intel Inside® ist heute ein weltweit bekannter Markenname.

1989: Der Intel486™ Prozessor

Die Animation zum Sprung in die 32-Bit-Leistungsklasse war so erfolgreich, dass Intel bereits wenig später, im April 1989, der nächsten Prozessor-Generation die Marktreife erteilen kann. Es handelt sich um den Intel486™. Diese Hochleistungs-CPU verfügte über 1,2 Millionen Transistoren, viermal mehr als der Vorgänger Intel386™. Anfangs war der neue Prozessor mit 25 Megahertz (MHz) getaktet und leistete damit 20 MIPS. In der höchsten Ausbaustufe, die 1992 auf den Markt kommt, erreichte der Intel486™ eine Taktrate von 66 MHz und schaffte damit als Intel486 DX2™ eine Spitzenleistung von 54 MIPS.

Da die breite Masse der PC-Anwender ihre Zurückhaltung gegenüber der 32-Bit-Leistungsklasse inzwischen aufgegeben hatte, stand der Intel486™ von Anbeginn unter einem guten Stern. Ähnlich wie der 16-Bit-Klassiker Intel286 entwickelte sich der Intel486™ in "seinen" vier Lebensjahren zu einem wahren Publikumsliebling.

Co-Prozessor und Cache-Speicher

Dank der von Intel betriebenen Hochintegration wurde auf dem Prozessor-Chip auch ein mathematischer Co-Prozessor untergebracht, der vor allem Fließkomma-Rechenoperationen auf Touren brachte. Auch ein Cache-Speicher mit einem "Fassungsvermögen" von acht Kilobyte sowie ein Cache-Controller wurden erstmals auf einem Intel486™ integriert. Dadurch konnte der Prozessor auf die Befehle und Daten der jeweiligen Applikation schneller zugreifen. Sie waren gleichsam "vor Ort" stationiert und mussten nicht erst, unter erheblich größerem Zeitaufwand, aus dem Hauptspeicher herbeizitiert werden.

1993: Der Pentium® Prozessor

Im März 1993, vier Jahre nach der Einführung des Intel486™, präsentieren die Kalifornier den Pentium® Prozessor. Der Name bricht mit einer langen Tradition. Die Ziffernbezeichnung wird aufgegeben. Stattdessen wird die neue - fünfte - Prozessor-Generation mit einem schlüssigen Namen belegt: Pentium® Prozessor. Aber auch der Pentium® Prozessor schreibt die Intel® Architektur weiter fort. Damit ist der Prozessor abwärtskompatibel bis hin zum Intel8086 aus dem Jahre 1978.

Technisch sprengt der Pentium® Prozessor im Rahmen der Intel® Architektur alle bislang geltenden Leistungsmaßstäbe: Mit 3,1 Millionen Transistoren in Strukturen von anfangs 0,80 Mikron übertrifft er seinen Vorgänger um mehr als das Doppelte. Der erste Pentium® Prozessor ist mit 60 MHz getaktet. Eine signifikante Leistungssteigerung erreicht der Pentium® Prozessor durch die Verdoppelung der Instruktions-Pipelines, so dass dieser Prozessor in einem einzigen Taktzyklus zwei Befehle ausführen kann.

Darüber hinaus verfügt der Pentium® Prozessor über zwei Cache-Speicher mit einem Volumen von jeweils 8 Kilobyte. Einer dieser beiden temporären Zwischenspeicher speichert die aktuellen Instruktionen einer aktivierten Applikation, der andere Cache verwaltet die jeweils aktuellsten Daten auf dem Prozessor-Chip. Dadurch wird der Datenzugriff wesentlich schneller, als wenn der Prozessor stets auf den Arbeitsspeicher des Computers zugreifen müsste. Hinzu kommt noch: Der externe Datenbus zum Hauptspeicher ist nicht mehr 32 Bit, sondern 64 Bit breit. Damit können in einem einzigen Buszyklus doppelt so viele Daten übertragen werden wie beim Intel486™.

Bereits ein Jahr nach der Einführung des Pentium® Prozessors kommt im März 1994 ein Modell mit einer Taktrate von 100 MHz auf den Markt. Dann nimmt die weitere Leistungssteigerung einen geradezu rasanten Verlauf: Im März 1995, im zweiten Jahr nach der Markteinführung, offeriert Intel eine 120-MHz-Version. Im Juni 1995 schraubt Intel das Leistungsniveau des Pentium® Prozessors auf 133 MHz hoch. Im Januar 1996 werden zeitgleich ein 150- und 166-MHz-Modell der Pentium® Prozessor Familie angeboten.

Intelligentes Power-Management

Weitaus stärker als beim Intel486™ wurde das Leistungsniveau des Pentium® Prozessors während seiner Marktpräsenz technologisch ausgebaut. Maßgeblich daran beteiligt ist die Umstellung der Prozesstechnologie von anfänglich 0,80 auf 0,60 und sodann auf 0,35 Mikron. Dadurch ließ sich nicht nur die Zahl der Transistoren bis auf 3,3 Millionen steigern. Auch die Energieaufnahme des Prozessors ließ sich reduzieren - von üblicherweise 12 Watt und 5 Volt bei Leiterbahnen mit einer Stärke von 0,80 Mikrometer auf drei bis vier Watt und 3,3 Volt bei 0,35 Mikrometer. Die Reduzierung der Energieaufnahme ist bei Hochleistungs-Prozessoren von großer Bedeutung. Denn elektrische Energie wird in Wärme umgewandelt, die einem Halbleiter-Chip mit hoher Transistorendichte durchaus Schaden zufügen kann.

Doch eine aufwendige Prozessor-Kühlung widerspricht dem Charakter eines Mikroprozessors, der ja auf kleinstem Raum agieren soll. Intel setzt stattdessen die Prozessor-Intelligenz ein, um den Verbrauch an elektrischer Leistung zu optimieren. Wird dem Prozessor nur eine geringe Arbeitsleistung abverlangt, etwa bei der Textverarbeitung, wechselt er automatisch in einen "Low-Power-Status" über. Wird ein Computer zeitweilig nicht benutzt, versetzt sich der Pentium® Prozessor selber in einen Schlafmodus - einerseits, um sich zu schonen, andererseits, um Strom zu sparen.

Pentium® Prozessoren, die in einem batteriebetriebenen Notebook-PC eingesetzt werden, bieten hier nicht nur Hochleistung für anspruchsvolle Anwender. Sie erweisen dem Anwender kraft ihres intelligenten, prozessorgesteuerten Energie-Managements auch einen sehr nützlichen Service. Denn der Strom, der durch das unnötige Aufheizen der CPU gespart wird, schont die Batterie und erhöht damit die Einsatzdauer des Geräts.

Aufgrund einer speziellen Voltage Reduction Technology arbeitet ein Pentium® Prozessor nur im Bereich seiner externen Pins, die den Kontakt und die Kommunikation zur Mutterplatine herstellen, mit 3,3 Volt. Der interne Prozessor-Kern hingegen, der die eigentliche Arbeit leistet, kommt mit 2,9 Volt aus. Daraus ergibt sich eine Energieersparnis um rund 30 Prozent.

Breite Akzeptanz für Pentium® Prozessoren

Von Leistungsverweigerung durch den Anwender, wie noch während der Markteinführung des Intel386™, ist nach der Einführung des Pentium® Prozessors nichts zu spüren. Im Gegenteil: Nicht nur die professionellen PC-Anwender aus der Geschäftswelt, auch die stark zunehmende Zahl der privaten PC-Nutzer verlangt daheim Leistung vom Computer, zumal wenn ein "Surfen" durch das Internet, Multimedia oder spannende und raffinierte Spielprogramme angesagt sind. So ist der Pentium bereits im zweiten Jahr nach der Markteinführung der bislang meistverkaufte Intel Prozessor aller Zeiten.

1995: Der Pentium® Pro Prozessor

Früher als sonst steht bereits zweieinhalb Jahre nach dem fulminanten Start des Pentium® Prozessors der Nachfolger vor der Tür. Es ist der Pentium® Pro Prozessor, der am 1. November 1995 im Markt eingeführt wird. Dieser Intel Prozessor der sechsten Generation - er wurde unter dem Codenamen P6 entwickelt - treibt das Leistungsangebot wiederum um einen Quantensprung nach oben. Mit 5,5 Millionen Transistoren und einer anfänglichen Taktgeschwindigkeit von 150 MHz verdoppelt er - wie gehabt - die Leistung seines Vorgängers.

Auch die Familie der Pentium® Pro Prozessoren basiert auf der Intel® Architektur. Dieses Design gewährleistet die Kompatibilität dieser Prozessoren mit jeglicher Software, die für diese Architektur je entwickelt wurde. Doch der Pentium® Pro Prozessor wurde speziell für moderne, reinrassige 32-Bit-Software entwickelt. Deshalb ist diese Prozessor-Generation prädestiniert für den Einsatz in High-End-Systemen wie beispielsweise Servern, Workstations oder professionellen Desktop-PCs, die mit einem 32-Bit-Betriebssystem wie etwa Windows NT arbeiten. Denn nur mit durchgängiger 32-Bit-Software erreicht der Pentium® Pro Prozessor die von ihm erwarteten Höchstleistungen.

1996: Neue Spitzenmodelle

In schneller Folge baut Intel die Pentium® Prozessor-Familie aus: Anfang Januar 1996 kündigt das Unternehmen die sofortige Verfügbarkeit von zwei Spitzenmodellen an, die mit 150 MHz bzw. 166 MHz getaktet sind. Das mit 133 MHz getaktete Vorgängermodell an der Leistungsspitze wird mehr und mehr im hochvolumigen Massenmarkt eingesetzt; die Pentium® Prozessoren mit 120 und 100 MHz werden zunehmend für Einsteiger-Systeme genutzt. Zur Jahresmitte 1996 steht erneut ein Spitzenmodell des Pentium Prozessors zur Verfügung. Er ist mit 200 Megahertz getaktet. Ein neues Prozessor-Gehäuse, das für eine hocheffiziente Wärmeabgabe sorgt, trägt wesentlich zur Leistungssteigerung bei.

Der 200-MHz Pentium® Prozessor basiert, wie mittlerweile alle Pentium® Prozessoren, auf einer Strukturgröße von 0,35 Mikrometern. Dank einer hochmodernen Produktionstechnologie und hohen Fertigungskapazitäten ist Intel in der Lage, Prozessoren mit diesen winzigen Schaltstrukturen in großen Massen zu produzieren.

Im August 1996 kündigt Intel in der Pentium® Prozessor-Familie für mobile Computer ein neues Spitzenmodell an, das mit 150 Megahertz getaktet ist. Nach Modellen mit 75, 90, 100, 120 und 133 MHz ist dies der sechste Pentium® Prozessor für mobile PCs, den Intel mit der Zielsetzung auf den Markt bringt, Notebook-Anwendern die gleiche Leistung und Computer-Ausstattung zu bieten wie bei Desktop-PCs. Mittlerweile ist der Pentium® Prozessor auf breiter Basis im PC-Markt vertreten - in Servern, Business-PCs, Notebook-PCs wie auch in Multimedia-Heim-PCs.

1997: Die MMX™ Technologie

Im Januar 1997 führt Intel den Pentium® Prozessor mit MMX™ Technologie ein. Die MMX™ Technologie von Intel ist der größte Fortschritt in der Mikroprozessor-Technologie seit der Markteinführung des Intel386™ im Jahr 1985.

Mikroprozessoren mit MMX™ Technologie ermöglichen eine qualitativ enorm gesteigerte und beschleunigte Grafik-, Video- und Audio-Verarbeitung. Dreidimensionale Grafikdarstellungen wirken räumlich und realistisch, Videopräsentationen sind in Bewegungsablauf und Farbe fast so natürlich wie Film oder Fernsehen, und dem menschlichen Ohr wird nicht nur HiFi-Stereoqualität, sondern auch dreidimensionales, räumliches Hören geboten.

Die Pentium® Prozessoren mit MMX™ Technologie werden zugleich für stationäre und mobile PCs im Markt eingeführt, und zwar in jeweils zwei Varianten: Für stationäre Personalcomputer stehen Prozessoren mit Taktraten von 166 und 200 Megahertz zur Verfügung; für mobile PCs werden Prozessoren mit Taktraten von 150 und 166 Megahertz angeboten. Mit der MMX™ Technologie wird die Intel® Mikroprozessor-Architektur mit ihren aktuell 220 Befehlen um 57 neue Instruktionen erweitert. Diese dienen in erster Linie dazu, im Applikationsumfeld von Multimedia und Kommunikation rechenintensive Routinen erheblich zu beschleunigen.

In Relation zu vergleichbaren Pentium® Prozessoren ohne MMX™ Technologie sind Pentium® Prozessoren mit MMX™ Technologie generell zwischen 10 und 20 Prozent schneller. Eine Leistungssteigerung bis zu 60 Prozent erzielt die MMX™ Technologie speziell im Multimedia- und Kommunikationsbereich.

Im März 1997 stellt Intel die ersten Pentium® OverDrive® Prozessoren mit MMX™ Technologie vor, mit denen PCs mit Pentium® Prozessoren mit 75, 90 und 100 MHz auf die neue MMX™ Technologie aufgerüstet werden können.

1997: Der Pentium® II Prozessor

Im Mai 1997 stellt Intel den Pentium® II Prozessor vor, der innovative und bewährte Technologien kombiniert und eine neue Leistungsklasse von PCs begründet. Der Pentium® II Prozessor wird zunächst mit Taktfrequenzen von 300, 266 und 233 MHz angeboten und verbindet die fortschrittliche Architektur des Pentium® Pro Prozessors mit den Vorteilen der MMX™( Technologie. Seit Januar 1998 steht auch eine Version des Pentium® II Prozessors mit 333 MHz zur Verfügung, die auf der Grundlage der fortschrittlichen 0,25-Mikrometer-Technologie gefertigt wird. Im April 1998 folgen Pentium® II Prozessoren in speziellen Gehäuseformen für mobile PCs mit 233 und 266 MHz sowie die Pentium® II Prozessoren mit 350 und 400 MHz für Desktop-PCs, die den fortschrittlichen 100-MHz-Systembus unterstützen. Dieser schnelle Systembus beschleunigt die Datenkommunikation zwischen Prozessor-Kern und Systemperipherie um etwa 50 Prozent.

Im August 1998 wird mit dem Pentium® II Prozessor mit 450 MHz ein neues Spitzenmodell für Desktop-PCs sowie für Einstiegs-Server und -Workstations vorgestellt. Der neue Pentium® II Prozessor mit 450 MHz bricht bestehende Leistungsrekorde bei PC-Anwendungen. Auch dieser Prozessor basiert auf dem 100-MHz-Systembus, der damit immer mehr zum Bussystem für den Massenmarkt-PC wird.

Um die Engpässe im Hinblick auf die Datentransferrate heutiger PC-Architekturen zu beseitigen, aber auch, um Freiräume für weitere Leistungssteigerungen bei zukünftigen Prozessor-Generationen zu schaffen, entwickelte Intel die Dual Independent Bus-Architektur. Diese Architektur wurde erstmals im Pentium® Pro Prozessor eingesetzt und wird mit dem Pentium® II Prozessor dem Massenmarkt verfügbar gemacht. Die Bezeichnung Dual Independent Bus leitet sich aus der Existenz zweier unabhängiger Bussysteme auf dem Pentium® II Prozessor ab. Im Gegensatz dazu verfügt beispielsweise der Pentium® Prozessor - wie auch andere Prozessoren für den Socket 7 - nur über einen Bus. Die Dual Independent Bus-Architektur erlaubt eine bis zu dreifach höhere Datenübertragungsrate als eine Prozessor-Architektur mit nur einem Bus.

Der Pentium® II Prozessor zusammen mit der Dual Independent Bus-Architektur sind in einem neuen Single Edge Contact-Gehäuse (S.E.C.) untergebracht. Dieses neue Gehäuse schafft den notwendigen Raum für zukünftige Entwicklungen im Bereich der Hochleistungs-Mikroprozessoren.

1998: Der Intel® Celeron™ Prozessor

Zeitgleich mit den Pentium® II Prozessoren, die mit 350 und 400 MHz getaktet sind, stellt Intel im April 1998 den ersten Intel® Celeron™ Prozessor vor. Er ist anfangs mit 266 MHz getaktet. Der Intel® Celeron™ Prozessor wurde zusammen mit dem dazugehörigen Chipsatz 440EX entwickelt, um den Kernbedürfnissen preissensitiver PC-Käufer gerecht zu werden. Der Intel® Celeron™ Prozessor mit 266 MHz ist der erste Prozessor, den Intel gezielt für das Marktsegment der Basis-PC entwickelt hat. Er spiegelt Intels Strategie wider, spezifische Prozessoren für jedes Marktsegment zu entwickeln und anzubieten. Bereits im Juni 1998 folgte der Intel® Celeron™ Prozessor mit 300 MHz.

Im August 1998 werden zwei weitere Mitglieder der Celeron™ Prozessor-Familie von Intel auf den Markt gebracht. Die Intel® Celeron™ Prozessoren mit 300A und 333 MHz verfügen erstmals über 128 Kilobyte L2-Cache auf dem Prozessor-Chip. Dieser schnelle Zwischenspeicher beschleunigt ganz erheblich die Bearbeitung von heute gängigen Anwendungen im privaten wie auch im geschäftlichen Umfeld. Mit den Intel® Celeron™ Prozessoren, die mit 366 und 400 MHz getaktet sind, weckt Intel im Januar 1999 vor allem das Interesse von preissensitiven PC-Privatanwendern. Im April 1999 kommt dann der bislang schnellste Intel® Celeron™ Prozessor auf dem Markt. Er ist mit 466 MHz getaktet und bietet, vor allem in Verbindung mit dem neuen Intel® 810 Chipsatz, ein bis dahin unerreichtes Preis-/Leistungsverhältnis. Es wird noch einmal im August 1999 übertroffen mit der Einführung eines Intel® Celeron™ Prozessors, der mit 500 MHz getaktet ist.

1998: Der Pentium® II Xeon Prozessor

Im Juni 1998 führt Intel den Pentium® II Xeon Prozessor ein. Dieser Prozessor, der zunächst mit 400 MHz Taktfrequenz vorgestellt wird, ist optimiert für die Leistungsanforderungen im Marktsegment Workstations und Server oberhalb der Mittelklasse. Anfang Oktober 1998 kommt eine 450-MHz-Version auf den Markt. Sie ist dafür prädestiniert, Server und Workstations zur Leistungssteigerung mit zwei Prozessoren auszurüsten.

1999: Der Pentium® III Prozessor

Im Februar 1999 stellt Intel die Familie der Pentium® III Prozessoren vor. Dieser Mikroprozessor wurde speziell für leistungsstarke Desktop-PCs entwickelt und für die Kommunikation im Internet optimiert. Bereits mehr als 23 Millionen Westeuropäer, darunter über acht Millionen Deutsche, haben mittlerweile Zugang zum Internet. Die Wachstumsrate lag in Europa 1998 bei 21 Prozent, sie überstieg damit um 3,5 Prozent den Zustrom an neuen Internet-Nutzern in den USA. Bis zum Jahr 2005 rechnen namhafte Marktforscher in Europa mit rund 150 Millionen Internet-Teilnehmern.

Der Pentium® III Prozessor verfügt über 70 neue Befehle, die speziell für den Internet-Anwender von großem Nutzen sind. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass dreidimensionale Farbgrafiken, die inzwischen bei der Präsentation von Webseiten dominieren, schneller aufgebaut und Video-Passagen Fernsehqualität erreichen. Überdies bietet der Intel® Pentium® III Prozessor höhere Erkennungsraten bei Spracherkennungsprogrammen. Er wird anfangs mit Taktfrequenzen von 450 und 500 Megahertz angeboten. Im Mai 1999 folgte eine Version mit 550 MHz. Seit August dieses Jahres steht die 600MHz-Version zur Verfügung.

Der mit 733 MHz getaktete Pentium® III Prozessor ist der bislang leistungsstärkste PC-Prozessor von Intel. Er ist so positioniert, dass er nicht nur die Ansprüche der leistungsorientierten Geschäftswelt befriedigen kann. Er eignet sich auch in idealer Form als Bühne für die Realisierung einer faszinierenden Digital-Technik im privaten Umfeld, etwa für anspruchsvolle Video-Spiele, digitales Fotografieren, Musikgenuss aus oder Einkaufen im dem Internet.

1999: Der Pentium® III Xeon Prozessor

Auf der CeBIT ´99 stellt Intel den Pentium® III Xeon Prozessor vor. Dieser Mikroprozessor von Intel ist optimiert für den Einsatz in Servern oberhalb der Mittelklasse. Er kommt aber auch für rechenintensive Applikationen auf Workstations in Frage. Das neue Prozessor-Flaggschiff von Intel ist anfangs mit 500 bzw. 550 MHz getaktet. Mit dem Pentium® III Xeon Prozessor stellt Intel auch den Profusion Chipsatz vor. Damit ist es möglich, Server mit bis zu acht Prozessoren auszurüsten, um ihre Arbeitsleistung entsprechend zu steigern. Deshalb empfiehlt sich der neue Hochleistungs-Prozessor vor allem für datenintensive und sicherheitskritische Netzwerkanwendungen, so etwa im Bereich des Electronic Business auf Internet-Basis.

2000: Der Pentium® 4 Prozessor

Intel kündigt im Juni 2000 den Namen seines neuesten und leistungsstärksten Desktop-Prozessors an: den Pentium® 4 Prozessor. Der Pentium® 4 Prozessor wird im November des gleichen Jahres eingeführt und öffnet damit ein weiteres Kapitel in der erfolgreichen Geschichte der Pentium® Prozessoren. Er enthält den ersten neu entwickelten Prozessor-Kern seit Einführung des Pentium® Pro Prozessors 1995. Der Prozessor besteht zunächst aus 42 Millionen Transistoren, verfügt über 144 neue Befehle und einen Datenbus von 400 MHz mit einem Datendurchsatz von 3,2 GByte in der Sekunde und ist anfänglich mit maximal 1,5 GHz getaktet. Damit ist es Intel als erstem Hersteller von Mikroprozessoren für PCs gelungen, die drei entscheidenden Leistungsmerkmale für Prozessoren zeitgleich neu zu entwickeln: Prozessor-Architektur, Front Side Bus und Befehlssätze. Nur 9 Monate nach seiner Einführung durchbricht der Pentium® 4 im August 2001 die Schallmauer von 2 GHz und besteht aus rund 55 Millionen Transistoren.

Neu zum Einsatz kommt beim Pentium® 4 Prozessor die Intel® NetBurst™ Mikroarchitektur. Sie ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

Hyper Pipelined Technologie - Der Intel® Pentium® 4 Prozessor verdoppelt die Tiefe der Pipeline auf 20 Stufen, was zu einer bedeutenden Leistungssteigerung des Prozessors führt und viel Spielraum für zukünftige Taktgeschwindigkeiten (GHz) zu lässt.

Rapid Execution Engine - Die Arithmetic Logic Units (ALUs) des Prozessors werden mit der doppelten Frequenz des Prozessorkerns betrieben, wodurch bestimmte Befehle innerhalb eines halben Taktes ausgeführt werden können, d.h. Integerbefehle werden mit der doppelten Geschwindigkeit des Prozessorfrequenz ausgeführt. Dies führt zu einem höheren Befehlsdurchsatz und minimiert Wartezeiten (Latenzzeiten) bei der Ausführung.

400 MHz System Bus - Dieser fortschrittliche Split-Transaction Deeply Pipelined System Bus, kann mehrere Anfragen ohne Wartezeiten auf Prozessorseite gleichzeitig bearbeiten. Somit wird die dreifache Bandbreite des Pentium® III Prozessor Systembus erreicht. Er kann mit 128-Byte Datenpaketen arbeiten, auf die auch 64-Byte-weise zugriffen werden kann (32-Byte waren es bei der vorherigen Generation). Dadurch wird eine Transfergeschwindigkeit zwischen dem Pentium® 4 Prozessor und dem Memory Controller (Komponente zur Verwaltung des Speichers) mit 3,2 GB/s (Gigabyte pro Sekunde) möglich. Dies stellt den Desktop System Bus mit der derzeit höchsten Bandbreite (Datendurchsatz pro Sekunde) dar.

Execution Trace Cache - Dies ist ein fortschrittlicher Level 1 Befehlscache, der entschlüsselte Befehle (rund 12K Mikro-Ops) zwischenspeichert, wodurch die Wartezeit (Latenzzeit) verursacht durch einen Dekoder (übersetzt Befehle in Micro-Ops) in der Ausführungseinheit (Main Execution Loop) wegfällt. Diese revolutionäre Technologie ermöglicht einen Befehlscache mit bedeutend höherer Leistung und eine wesentlich effizientere Nutzung des Cache-Speichers. Zusätzlich bietet der Level 2 Advanced 256 KB Transfer Cache des Pentium® 4 Prozessors eine Schnittstelle mit 48GB/s, deren Geschwindigkeit sich steigert, wenn die Kernfrequenz (in diesem Beispiel liegt sie bei 1.5GHz) erhöht wird.

Außerdem verfügt die NetBurst™ Mikroarchitektur über einige verbesserte Merkmale. Dazu gehört die Advanced Dynamic Execution. Der Pentium® 4 Prozessor verfügt damit über einen sehr tiefen spekulativen Out-of-Order Execution Engine, der dafür sorgt, dass die Ausführungseinheiten (Execution Units) durchgängig mit Befehlen versorgt werden können. Neu ist auch die verbesserte Fähigkeit zur Verzweigungsvorhersage, durch die der Prozessor ständig dem richtigen Programmfluss folgt, und damit den Mehraufwand bei falschen Vorhersagen durch die tieferen Pipelines reduziert. Die Streaming SIMD Extension 2 (SSE2) erweitert die MMX™- und SSE-Technologie durch zusätzlich 144 neue Befehle, einschließlich 128-Bit SIMD Integer Arithmetik und 128-Bit SIMD doppelt präziser Gleitkommabefehle, die zu einer verbesserten Leitung in einer ganzen Reihe von Anwendungen führen.

Die Leistung des Pentium® 4 wird in den Folgemonaten ständig gesteigert und zeigt die Reserven, die in der Prozessorarchitektur stecken. Über 2,2 GHz im Januar 2002 und 2,4 GHz im April folgt der Rekord mit 2,53 GHz im Mai 2002 - und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.

2001: Der Intel® Xeon® Prozessor mit NetBurst™ Architektur

Im Mai 2001 stellt Intel die nächste Generation der Intel® Xeon® Prozessoren vor. Die neuen Prozessoren basieren auf der vom Pentium® 4 Prozessor bekannten NetBurst™ Architektur und sind anfänglich mit Taktfrequenzen bis 1,7 GHz verfügbar. Die neuen Prozessoren zielen auf den Markt leistungsfähiger Dualprozessor-Workstations ab und erzielen je nach Anwendung und Konfiguration zwischen 30 und 90 Prozent Leistungsgewinn gegenüber Systemen, die mit Pentium® III Xeon Prozessoren ausgestattet sind. Der gleichzeitig angebotene Chipsatz Intel® 860 bietet Dual-Channel-RDRAM-Unterstützung als Ergänzung zum 400 MHz Systembus des Intel® Xeon® Prozessors und macht damit eine Übertragungsrate von bis zu 3,2 Gigabyte pro Sekunde möglich.

2001: Der Itanium™ Prozessor

Die Zukunft der Server-Prozessoren hat begonnen: Intel entschließt sich im Mai 2000, Details zur Mikroarchitektur des neuen Itanium™ Prozessors im Internet zu veröffentlichen. Diese Referenz soll den Softwareentwicklern frühzeitigen Zugriff auf die wesentlichen Merkmale des Prozessors bieten, und ihnen die Gelegenheit geben, von Beginn an ihre Software für den Itanium™ zu optimieren. Im Mai 2002 folgt die Meldung, dass Itanium™ Systeme serienreif sind. Die ersten Exemplare arbeiten mit maximal 800 MHz und verfügen über einen 3MB großen L3-Cache.

Der Itanium™ Prozessor stellt die bedeutendste Entwicklung in der Intel® Architektur seit der Einführung des 386 Prozessors im Jahr 1985 dar. Die Itanium™ Architektur ist dabei weit mehr als nur eine Erweiterung der Intel® Architektur auf 64 Bit. Die einzigartige EPIC-Architektur (Explicitly Parallel Instruction Computing) ermöglicht durch neue Dimensionen der parallelen Datenverarbeitung maximale Leistungseigenschaften bei technischen und Enterprise-Anwendungen. Anwendungssysteme für die analytische und wissenschaftliche Entwicklung und Visualisierung profitieren von der überragenden Fließkommaleistung. Der 64 Bit breite Adressraum bildet zusammen mit enormen Prozessorressourcen eine Plattform für die Verarbeitung von Datenmengen im Terabyte-Bereich. Unternehmen können sich auf die neue Itanium™ Prozessorfamilie freuen: Mit ihren Eigenschaften für hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit, verbunden mit der Vielfalt möglicher Enterprise-Betriebssysteme und -Anwendungen, schützt diese Architektur die Investitionen auf Jahre hinaus. Eingesetzt wird der Itanium™ Prozessor in Data Centern, die große Datenbanken beherbergen, im Bereich Business Intelligence/Data Mining, bei sicheren Transaktionen und im Hochleistungs-Computing.

2002: Der Pentium® 4 Notebookprozessor-M

Im März 2002 stellt Intel mit dem Intel® Pentium® 4 Notebookprozessor-M seinen bisher leistungsfähigsten Prozessor für Notebooks vor, der anfänglich mit maximal 1,7 GHz getaktet ist. Intel hat dem mobilen Prozessor ebenfalls die NetBurst™ Mikroarchitektur spendiert, hinzu kommen fortschrittliche Stromspartechnologien, die eine lange Lebensdauer der Akkus ermöglichen.

Genau diese Stromspartechnologien machen auch den Unterschied zwischen diesem Notebookprozessor und den Standard-Desktop-Prozessoren aus. Neu eingeführt wurde mit dem Pentium® 4 Notebookprozessor-M die Enhanced Intel® SpeedStep™ Technologie, die automatisch - abhängig von den Anforderungen einer Applikation an den Prozessor - zwischen dem Maximum Performance Mode und dem Battery Optimized Mode hin- und herschaltet. Ebenfalls neu ist der Deeper Sleep Alert State, der es dem Prozessor ermöglicht, bei nur 1 Volt zu arbeiten und dabei weniger als ein halbes Watt zu verbrauchen - auch dann, wenn Software-Applikationen ausgeführt werden. Für insgesamt geringe Leistungsaufnahme und somit geringe Wärmeabgabe sorgt eine fortschrittliche Version des Intel Mobile Voltage Positioning (IMVP). Die Kombination aller Stromspartechniken ermöglicht es dem Prozessor durchschnittlich weniger als zwei Watt zu verbrauchen, was zu einer langen Lebensdauer der Akkus beiträgt. Die Leistungssteigerung macht auch vor den Notebookprozessoren nicht Halt: im Juni 2002 - und damit nur drei Monate nach seiner Einführung - kündigt Intel die 2 GHz Version des Intel Pentium® 4 Notebookprozessors-M an.

2002: Der Itanium® 2 Prozessor

Im Juli 2002 gibt Intel die zweite Generation seiner 64-Bit-Prozessoren mit dem Namen Intel® Itanium® 2 Prozessor frei. Der Itanium® 2 Prozessor ist die logische Weiterentwicklung des Itanium™ Prozessors, er bietet herausragende Skalierbarkeit und eignet sich ideal für Mehrwege-Systeme mit acht bis 64 oder mehr Prozessoren. Richtungsweisend zeigt sich auch das zukunftsorientierte Design des Prozessors: der Itanium 2 ist Sockel-kompatibel mit zukünftigen Prozessorgenerationen der Itanium™ Familie und ermöglicht so den einfachen Einbau kommender Prozessoren in bestehende Systeme auf Basis des Itanium® 2. Dies erhöht den Wert und die Langlebigkeit der Investitionen von OEMs und Kunden in Itanium 2-basierte Plattformen. Server und Workstations auf Basis des Itanium® 2 bieten die bis zu doppelte Leistung im Vergleich zu Itanium™-basierten Systemen, und übertreffen vergleichbare Sun Systeme mit 50 Prozent höherer Leistung bei der Transaktionsverarbeitung bei gleichzeitig geringeren Kosten. Das Explicitly Parallel Instruction Computing (EPIC) Design des Prozessors und der integrierte Level 3 (L3) Cache mit einer Größe von 3 MB ermöglichen hohe Verarbeitungsraten und eine höhere Leistung für schnellere Online-Transaktionsverarbeitung, Datenanalysen sowie Simulationen und Rendering. Der Prozessor verfügt außerdem über fortschrittliche Zuverlässigkeitsmerkmale wie umfangreiche Fehlererkennung und -korrektur in allen wesentlichen Datenstrukturen des Prozessors und eine fortschrittliche Machine Check Architecture für eine intelligente Fehlerverarbeitung und die Wiederherstellung nach komplexen Plattformfehlern, und baut so dem Datenverlust, Beschädigungen und Ausfallzeiten vor. Der Itanium® 2 Prozessor wird zunächst mit maximal 1 GHz eingeführt.

Intel ist der größte Halbleiterhersteller der Welt und zählt zu den international führenden Unternehmen mit Produkten für Informationstechnologie, Netzwerke und Kommunikation.

* Alle erwähnten Marken- und Produktbezeichnungen sind Eigentum der entsprechenden Hersteller.

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