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Die „Copy Exactly“ Werk-Strategie

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Die „Copy Exactly“ Werk-Strategie von Intel

Intel führte seine „Copy Exactly“ Werk-Strategie Mitte der 80er Jahre ein und war die Basis für den hohen Produktionsausstoß, der das Unternehmen so erfolgreich gemacht hat. Die Strategie bietet den Vorteil, das Intel neue Fabriken in Betrieb nehmen kann mit bereits vorhandener praktischer Erfahrung bei der Herstellung in hohen Stückzahlen. Dies verkürzt deut-licht die Zeit von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Produktionsstätte.

Mit der Umsetzung der „Copy Exactly“ Strategie konnte Intel rasch Produktivitäts- und finanzielle Gewinne verzeichnen. Diese Fertigungs-Strategie wurde zur Grundlage der Wende von Intel und seinem Wachstum in den 90er Jahren, da das Unternehmen seine Produktivität um ein Vielfaches erhöhen konnte. Im Jahr 1997 schätzte VLSI Research, dass der Gewinn pro Mitarbeiter im Bereich der Fertigung von 114.000 Dollar im Jahr 1985 auf 461.000 Dollar im Jahr 1995 gestiegen war. Unterdessen stieg der Erlös des Unternehmens in diesen 10 Jahren um das Dreifache, während die Anzahl der Fabrikarbeiter um 30 Prozent abnahm.

Rascher Übergang von der Entwicklung zur Produktion in Stückzahlen

Als Basis für das „Copy Exactly“-Prinzip dient ein sogenanntes Entwicklungswerk, das als Vorbild für den Bau der Werke dient, in denen dann tatsächlich Stückzahlen produziert werden. Intel stimmt das Entwicklungswerk nicht nur auf Leistung und Zuverlässigkeit ab, sondern von Beginn an auch auf die Massen-Produktion.

Damit dies geschehen kann, sind Manager aus den Fertigungsstätten in den Aufbau neuer Prozesstechnologien im Entwicklungswerk einbezogen. Als „Copy Exactly“ zum ersten Mal zum Einsatz kam, wurden lediglich die Ausstattung und Prozess-Ausgangsparameter für die Stückzahlen-Fertigungsstätte kopiert.

Während des letzten Jahrzehnts hat Intel immer mehr kopiert: Jetzt wird alles im Entwicklungswerk — der Prozess-Fluss, Gerätesatz, Lieferanten, Leistungen, Reinraum für die Fertigung, sowie Schulungs-Methodologien – so ausgewählt, dass es die Anforderung an hohe Stückzahlen erfüllt. Dies wird aufgezeichnet und anschließend exakt für die Stückzahlen-Fertigungsstätten kopiert.

Nach und nach erhöht sich der Ertrag und wird weiter gesteigert, wenn mehrere Fabriken unter Verwendung der „Copy Exactly“ Strategie in Betrieb genommen werden. Genau diese Strategie hat bei der Entwicklung der neuesten Generation leistungsstarker Mikroprozessoren von Intel geholfen, und sie verspricht durchgehend hohe Stückzahlen schon bald nach ihrer Einführung.

„Copy Exactly“ erzeugt eine flexible, virtuelle Fabrik

Die „Copy Exactly“ Strategie schafft eine große Flexibilität innerhalb des Fabrik-Verbundes von Intel. Da jede Fabrik nahezu identisch ist, können die Silizium-Scheiben (Wafer), die Grundbestandteile des Mikroprozessors, teilweise in einer Fabrik gefertigt werden, um sie dann in einer anderen Fabrik fertigzustellen. Dies bringt den gleichen Ertrag, als wenn der Wafer in nur einer Fabrik hergestellt worden wäre. Kein anderer Halbleiterhersteller ist derzeit dazu in der Lage.

Durch den Aufbau eines weltweiten virtuellen Fabrik-Netzwerks begegnet Intel natürlichen oder durch den Menschen hervorgerufenen Katastrophen. Wenn etwas in einem Teil der Welt passiert, so bedeutet dies nicht, dass die Fertigung von Intel zum Stillstand kommt. Der Rest des Fabrik-Netzwerkes ist in der Lage, die Produktion fortzusetzen und weiterhin die Produkte an die Kunden auszuliefern. „Copy Exactly“ bietet Intel größere Ressourcen, als die Fabriken anderer Unternehmen. Jede Fabrik stellt technische Ressourcen weltweit über ein virtuelles Fabrik-Netzwerk zur Verfügung. Durch den stetigen gemeinsamen Zugriff auf Informationen kann die virtuelle Organisation der Fabrik-Ingenieure sofort weltweit Veränderungen an den Prozessen vornehmen. Dadurch werden die Kosten gesenkt und die Leistung der Produkte in allen Intel Fabriken gesteigert.

„Copy Exactly“ im Vergleich zur traditionellen Halbleiter-Werk-Strategie

In den meisten Halbleiter-Fabriken unterscheiden sich die Ausstattungen und Prozesse, die in der Forschung verwendet werden, sehr stark von jenen bei der Produktion in großen Stückzahlen. In vielen Unternehmen wird jede neue Technologie zu einer technologischen Entwicklungsstätte gebracht, in der ein Team aus Ingenieuren den Prozess präzise abstimmt, bis er perfektioniert ist. Dann wird der Prozess auf eine Fertigungsstätte für hohe Stückzahlen übertragen, in der ein neues Team aus Ingenieuren die Prozesse derart modifiziert, so dass eine große Menge produziert werden kann.

Diese Umwandlung in die Stückzahlenfertigung verzögert nicht nur die Einführung des Prozesses, sie führt auch buchstäblich zu Hunderten verschiedener Prozessrezepte zwischen den verschiedenen Entwicklungs-Standorten. Diese Unterschiede führen grundsätzlich zu nicht-identischen Prozessen. Dieser neue Prozess verhält sich zudem unterschiedlich, mit verschiedenen Empfindlichkeiten. Die Prozessunterschiede und die Wechselwirkungen, die speziell die Veränderungen in der Ausrüstung der Wafer-Fertigungsstätten betreffen, können bedeutende negative Auswirkungen auf den Ertrag haben.

Intel ist der größte Halbleiterhersteller der Welt und zählt zu den international führenden Unternehmen mit Produkten für Informationstechnologie, Netzwerke und Kommunikation.
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