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Die grauen Kisten werden bunt

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Hintergrundinformation Januar 2003

Die grauen Kisten werden bunt

Vom Sichtfenster bis zum Airbrush-Motiv: „Case Modder“ verpassen ihren Computern ein völlig neues Outfit – damit schnelle Rechner auch schnell aussehen

Ob das Bild der Freundin, ein Fabelwesen oder das Logo eines bekannten Spieles - immer mehr PC-Besitzer verschönern ihren Computer auf individuelle Art und Weise. Der Trend hat sogar einen Namen: „Case Modding“ – auf Deutsch ganz schlicht „Gehäuse modifizieren“.

Case Modding - was ist das überhaupt?
Beim Case Modding geht es darum, dass schlichte Computergehäuse zu modifizieren. Durch ein individuelles Styling bekommt jeder Rechner seine persönliche Note und setzt sich von dem grauen, tristen Einheitslook der gewöhnlichen Rechner ab. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Manche Case Modder beleuchten die Technik ihres Rechners mit strahlenden Leuchtdioden und bieten per Sichtfenster einen Einblick ins Innenleben des Computers. Andere verschaffen ihrem Rechner eine extra Wasserkühlung oder ersetzen das Metallgehäuse durch Holz und Plexiglas.

Die Case Modding Bewegung entstand in der Spiele-Szene. Hier, wo sich Hunderte von Gamern zu so genannten LAN-Partys treffen und zu „Clans“ zusammen schließen, wollten die ersten Case Modder nicht nur mit ihrem spielerischen Können beeindrucken, sondern auch mit einem möglichst phantasievoll gestalteten Rechner. Inzwischen gibt es im Internet schon eine regelrechte Szene von Case Moddern, die sich auf diversen Webseiten Tipps zum Verschönern von PCs geben und die Bilder ihrer Werke im Internet zeigen.

Mussten PC-Besitzer bis vor kurzem selbst zu Werkzeug, Sprühpistole und Pinsel greifen, können inzwischen auch professionelle Case-Modder mit dem Umbau eines Rechners beauftragt werden. So wie Michael Rudolf aus Niederzier bei Aachen es auf seiner Webseite www.case-heaven.de anbietet. Hier werden nach den Vorstellungen der Kunden Unikate gefertigt – und per Laser jede gewünschte Öffnung in ein Gehäuse geschnitten.

Individuelles Design und höchste Leistung
Seit kurzem hat der Intel® Pentium® 4 Prozessor die 3 Gigahertz-Schallmauer durchbrochen. Und wer eine solche Rechenpower, die früher nur Supercomputern vorbehalten war, in seinem Wohnzimmer oder Büro stehen hat, will das auch durch ein entsprechendes Äußere seines PCs zeigen. Ganz so, wie auch mehr oder weniger kraftvolle Serienautos mit allerlei schmückenden Extras versehen werden – tiefer, härter, breiter für den PC.

Durch den Umbau und Modifizieren des Gehäuses ändert sich allerdings auch die vom Werk entgestellte Luftzirkulation. Des weiteren kann sich der Rechner durch den Einbau von Neonröhren und LED-Ketten erwärmen; aber Intel Systeme sind bekannt für ihre Stabilität und schützen vor dem thermischen Gau. Wird der Intel Pentium 4 Prozessor zu warm, geht die Taktfrequenz des Prozessors runter, ohne dass er gleich in Rauch aufgeht. Technik, die mehr Zeit für die Optik lässt.

Vom Basis-Tuning zum individuellen Kunstwerk
Die Möglichkeiten einen PC optisch zu tunen sind mittlerweile so vielfältig geworden, dass nur noch die Fantasie und der Geldbeutel der Umbauwut Grenzen setzen. Einfache Verschönerungen gibt es ab etwa 50 Euro, aufwändigere können schon mal einige Hundert Euro kosten. Zu den beliebtesten Umbaumaßnahmen der Case Modder zählen die folgenden Beispiele:

Fenster
Nach dem Motto „zeig was Du hast“ schneidet man in eine oder mehrere Seitenwände Öffnungen, und verschließt diese mit transparenten Plexiglasscheiben. So kann jeder der will das Innenleben eines hoch getakteten Rechners bestaunen. Günstige Bausätze mit einfachen, rechteckigen Plexiglas-Scheiben und den notwendigen Dichtungsmaterialien machen diesen Umbau auch für Hobbybastler attraktiv.

Spezial-Fenster
Wem ein einfaches rechteckiges Guckloch nicht reicht, bieten Firmen wie www.case-heaven.de einen Laser-Service an, bei dem sie nahezu beliebige Formen in Gehäusewände und Glasplatten schneiden.

Beleuchtung
Um die Eingeweide des Rechners effektvoll in Szene zu setzen, kann man das Gehäuseinnere mit Neon-Röhren oder LED-Ketten beleuchten. Doch damit nicht genug. Wer etwas auf sich hält, ersetzt die Standard-LEDs zur Anzeige von Betriebszustand und Festplattenzugriffen durch hellere, oft leuchtend blaue Varianten. Einige Bastler zerlegen sogar die Lüfter, um deren rotierende Schaufeln mit LEDs zu bestücken.

Gehäuse
Wer ein vollkommen unverwechselbares Design möchte, baut gleich das komplette Gehäuse neu. Angesagt ist etwa Plexiglas, das Hardware-Voyeuren unverbaute Einblicke ins Rechner-Innenleben gewährt. Noch beliebter, weil einfacher zu verarbeiten, ist Holz. Das bringt aber oft thermische Probleme, weil Holz die Abwärme der PC-Komponenten nur mäßig nach außen leitet. Deshalb entscheiden sich Tuner oft auch für Aluminium, da das Metall die Hitze besser ableitet.

Bemalung
Schlichtes Grau und beige ist bei Case Moddern natürlich verpönt. Wer etwas auf sich hält lässt die Computer-Hülle vom Profi mit Pulver-Lack, Metallic-Glanz oder einem fantasievollen Airbrush-Motiv verschönern. Zum Komplett-Programm gehört auch die Bemalung von Monitor, Tastatur und Maus.

Anbauten
Neben den rein optischen Modifikationen verändern viele Case Modder auch die Technik der Rechner. Dazu gehören in erster Linie Zusatzlüfter, die den Highspeed-Prozessoren und Highend-Grafikkarten kühle Luft zufächern. Sehr aufwändig sind Wasserkühlungen, die den PC flüsterleise machen.

Stealth-Modding
Wer denkt, Understatement würde so gar nicht zum Case Modding passen, täuscht sich gewaltig. Denn einige Tuner habe sich darauf spezialisiert ihre Gehäuse so unscheinbar wie möglich erscheinen zu lassen. Dazu gehört es beispielsweise, die Fronten von CD-Brennern und DVD-Laufwerken mit Standard-Blenden abzudecken. So wird ein ultraschneller 3 Gigahertz-PC zum unauffälligen Schaf im Wolfspelz.

Intel ist der größte Halbleiterhersteller der Welt und zählt zu den international führenden Unternehmen mit Produkten für Informationstechnologie, Netzwerke und Kommunikation.

* Alle erwähnten Marken- und Produktbezeichnungen sind Eigentum der entsprechenden Hersteller
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