Überhitzung und starke Geräuschentwicklung hängen meist zusammen. Schnelle Prozessoren geben eine nicht unerhebliche Wärmemenge ab, die in geeigneter Weise abgeführt werden muss, damit das System stabil läuft und zuverlässige Leistung bietet. Temperatursensoren auf dem Prozessor und dem Desktop-Motherboard überwachen die Systemtemperaturen und wenn die Temperatur über einen bestimmten Wert ansteigt, dreht sich der Lüfter schneller, um mehr Luft für die Kühlung heranzuführen. Der schnellere Luftstrom ist für die größere Geräuschentwicklung verantwortlich. Um mögliche Überhitzungen und hohe Lüfterdrehzahlen zu reduzieren, muss vor allem der Prozessor richtig installiert sein und für eine optimale Abführung der Wärme gesorgt werden. Wir haben diese Antwort durch einige Tipps für die Auswahl des geeigneten Systems und die richtige Installation des CPU-Kühlers ergänzt. Auswahl des geeigneten Systems
Es lohnt sich, im Voraus etwas mehr Zeit für die Planung des Systemaufbaus und die Auswahl der Systemkomponenten aufzubringen. Für die Kühlung ist das Gehäuse eine der bedeutendsten Komponenten. Intel empfiehlt deshalb, ein so genanntes thermisch optimiertes Gehäuse der Version 1.1 (Thermally Advantaged Chassis version 1.1, TAC 1.1) zu verwenden. Gehäuse dieser Art sind dafür ausgelegt, in ihrem Inneren eine Systemtemperatur von 38 °C nicht zu überschreiten. Im Gehäusemantel befindet sich über dem Prozessor eine Luftführung, über die kühle Luft direkt zum Prozessor bzw. zum Lüfter des Kühlers geleitet wird. Der Lüfter kühlt außerdem die Komponenten in der Umgebung des Prozessors. Üblicherweise haben TAC-1.1-Gehäuse zusätzlich einen Lufteinlass über dem Steckplatz für die Grafikkarte, damit auch diese direkt mit kühler Luft von außen versorgt werden kann. Thermisch optimierte Gehäuse müssen mit mindestens zwei Systemlüftern (einem auf der Vorder- und einem auf der Rückseite) ausgestattet sein, damit die Systemumgebungstemperatur im Gehäuseinneren auf ca. 38 °C gehalten werden kann. Die Lüfter sollten einen Mindestdurchmesser von 92 mm haben, ideal sind jedoch 120 mm. Der größere Lüfter sorgt für eine bessere Luftströmung und kann deshalb mit niedrigerer Drehzahl betrieben werden als ein kleiner Lüfter, was einen niedrigeren Geräuschpegel bedeutet. Bei jedem Gehäuselüfter sollte am Rahmen durch einen Pfeil die Strömungsrichtung angedeutet sein. Der Gehäuselüfter auf der Vorderseite muss so eingebaut werden, dass er die Luft ins Gehäuse saugt, während der Lüfter auf der Rückseite die Luft aus dem Gehäuse hinausblasen muss. Eine Liste der von Intel validierten Gehäuse finden Sie unter http://www.intel.com/cd/channel/reseller/emea/deu/234502.htm Außerdem macht es Sinn, sich die verschiedenen Arten von Prozessoren anzusehen. Einige Intel Boxed Desktop-Prozessoren arbeiten mit der Erweiterten Intel SpeedStep® Technologie (EIST). Welche Prozessoren das sind, können Sie anhand der Testspezifikationen von Intel® Boxed Prozessoren oder mit der Prozessordaten-Suche herausfinden. Die zuerst für mobile und Serverplattformen von Intel verfügbare Erweiterte Intel SpeedStep Technologie ermöglicht niedrigeren durchschnittlichen Stromverbrauch, abhängig von der Systemkonfiguration und der Art der Anwendung. Wie Sie die EIST aktivieren können, erfahren Sie auf der Seite http://www.intel.com/cd/channel/reseller/emea/deu/203838.htm . Schließlich sollten Sie auch noch darauf achten, dass das Netzteil ausreichende Leistung für die Versorgung aller Systemkomponenten bietet. Für die neuesten Intel® Pentium® D Prozessoren gelten besondere Anforderungen an die Spannungsversorgung. Laden Sie den Netzteil-Leitfaden für den Intel® Pentium® D Prozessor und den Intel® Pentium® Prozessor Extreme Edition herunter, um sich genauer zu informieren. Anleitung für die CPU-Installation
Folgen Sie dieser Anleitung, um Temperaturproblemen mit Ihrem Intel® Prozessor und möglichen Geräuschproblemen durch die hohe Drehzahl des CPU-Lüfters vorzubeugen. Für den Einbau der CPU empfehlen wir, Latexhandschuhe zu tragen, um eine Beschädigung der Kontakte zu vermeiden. - Falls Sie ein Intel® Desktop-Motherboard verwenden, entfernen Sie die Pick-and-Place-Abdeckung auf dem Prozessorsockel nach Möglichkeit erst unmittelbar vor dem Einsetzen des Prozessors. Diese Abdeckung schützt die den Sockel und dessen Kontakte vor Beschädigungen. Wenn Sie den Prozessor vom Motherboard abnehmen, ist es unbedingt erforderlich, dass Sie die Pick-and-Place-Abdeckung sofort wieder einsetzen, um eine Beschädigung des Sockels zu verhindern. Ersatzabdeckungen können bei Shop IntelSM bestellt werden (siehe „Nützliche Links“ am Ende dieses Abschnitts). Bei Desktop-Motherboards anderer Hersteller befolgen Sie bitte deren Empfehlungen.
- Nehmen Sie die Kontaktabdeckung, die den Intel® Prozessor schützt, erst unmittelbar vor dem Einsetzen in den Prozessorsockel ab. Beim Ausbau des Prozessors muss die Abdeckung sofort wieder angebracht werden, um den Prozessor zu schützen. Ersatzabdeckungen für die Kontakte (Land Side Covers) können bei Shop IntelSM bestellt werden (siehe „Nützliche Links“ am Ende dieses Abschnitts).
Die Abbildungen zeigen die Oberseite des Prozessors und seine Unterseite mit abgenommener Kontaktabdeckung.
 |  | Oberseite | Unterseite |
- Entfernen Sie nun die Pick-and-Place-Abdeckung vom Prozessorsockel. Öffnen Sie den Verriegelungshebel und den Halterahmen am Sockel. Nehmen Sie die Kontaktabdeckung vom Prozessor ab und setzen Sie die CPU vorsichtig in den Sockel ein, ohne die Kontakte des Prozessors oder des Sockels zu berühren. Wenn die CPU richtig im Sockel sitzt, drücken Sie den Halterahmen so weit es geht hinunter und hängen Sie den Verriegelungshebel ein. Dies erfordert einen gewissen Druck, da der Prozessor in seinen Sockel gepresst wird.
- Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Kühler fest auf der Oberfläche des Prozessors aufsitzt. Wenn sich zwischen Prozessor und Kühlkörper noch Luft oder zu viel Wärmeleitpaste befindet, findet keine ausreichende Wärmeabfuhr statt. Für den Fall, dass die CPU zu heiß wird, drosselt die integrierte Schutzschaltung unter Umständen die CPU-Funktion, um eine dauerhafte Beschädigung des Prozessors zu verhindern. Im schlimmsten Fall schaltet das System ab.
- Am Kühler ist ab Werk eine dünne Wärmeleitfolie angebracht, die eventuell durch einen Kunststoffüberzug geschützt wird. Achten Sie darauf, dass dies überprüft und die Kunststofffolie gegebenenfalls vor der Installation abgenommen wird.
- Bringen Sie keine zusätzliche Wärmeleitpaste auf die bereits vorhandene Wärmeleitfolie auf. Wenn Sie den Kühler wieder vom Prozessor trennen müssen, überprüfen Sie, ob das Wärmeleitmaterial immer noch verwendungsfähig ist, bevor Sie den Kühler wieder aufsetzen. Sollte das Wärmeleitmaterial nicht mehr gleichmäßig verteilt sein, dann empfehlen wir, Reste mit einem fusselfreien Tuch sowohl von der CPU als auch vom Kühlkörper abzuwischen und eine neue Wärmeleitfolie anzubringen. Ersatzwärmeleitfolien gibt es bei Shop IntelSM (siehe „Nützliche Links“ am Ende dieses Abschnitts).
- Üben Sie beim Aufsetzen des Kühlers auf den Prozessor ausreichenden Druck aus, damit ein möglichst enger Kontakt erreicht wird. Eventuell biegt sich das Intel® Desktop-Motherboard bei diesem Druck leicht durch. Das ist jedoch kein Grund für Bedenken. Die Platine ist dafür ausgelegt, eine leichte Verbiegung unter Druck zu überstehen und wird sich wieder richtig ausrichten, nachdem der Kühler ordnungsgemäß installiert wurde.
- Sobald das System vollständig integriert ist und läuft, sollte das Motherboard-BIOS auf die neueste Version upgedatet werden.
- Bei einem Intel® Desktop-Motherboard ist es empfehlenswert, nicht die Hardwareüberwachung durch das BIOS, sondern das Betriebssystem und die Intel® Desktop-Utilitys für die Temperaturüberwachung zu verwenden. Der Grund dafür ist, dass die BIOS-Überwachungsfunktion die CPU sehr beansprucht und deshalb bei längerem Betrieb die Temperatur eher ansteigt, was eine höhere Drehzahl des CPU-Lüfters und ein lauteres Lüftergeräusch zur Folge hat.
- Nachdem der Computer das Betriebssystem geladen hat, sollte die Temperatur auf das Normalniveau zurückgehen und sich der CPU-Lüfter auf eine mittlere Drehzahl einstellen.
- Sorgen Sie abschließend dafür, dass alle Kabel im Gehäuse übersichtlich und ordentlich verlegt sind. Allerdings sollten die zu verschiedenen Komponenten gehörenden Kabel möglichst nicht zusammengebunden werden. Dies wäre vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen zwar vorteilhaft, könnte jedoch die Luftströmung und die Wärmeabführung behindern, was zur Überhitzung führen kann.
Nützliche Links
Die folgenden Links können bei der Einrichtung eines Computersystems hilfreich sein. Allgemeiner Support für Prozessoren: http://support.intel.com/support/processors/index.htm  Informationen über Pentium® 4 Prozessoren: http://support.intel.com/support/processors/pentium4/  Häufige Fragen (FAQ) zum Pentium 4 Prozessor: http://support.intel.com/support/processors/pentium4/sb/cs-007985.htm?tti=yes  Informationen über Intel® Pentium® D Prozessoren: http://support.intel.com/support/processors/pentiumd/  Häufige Fragen (FAQ) zum Pentium D Prozessor: http://support.intel.com/support/processors/pentiumd/sb/CS-020919.htm  Shop IntelSM (für Tools, Komponenten und Zubehör von Intel): http://www.shop-intel.com/shop/default.asp  |